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Einst war er auf dem Sprung zur internationalen Profi-Laufbahn im Tennis, er ist ehemaliger Eishockeyspieler, war früher als DJ im Wiener „Flex“ aktiv und ist bis heute begeisterter Motorcrossfahrer. Vor Kurzem kam die Rolle des jungen Familienvaters hinzu. Rafaels Lebenslauf wirkt auf den ersten Blick, als würde man die Timeline eines erfolgreichen Instagram Influencers nacherzählen. Und doch ist sein Leben alles andere als von oberflächlicher Freizeitgestaltung geprägt.

Sport ist für Rafael mittlerweile vor allem ein Ausgleich zu seiner eigentlichen Profession und Leidenschaft: Vor mittlerweile 12 Jahren stieg er in das Unternehmen seiner Familie ein und ist seitdem u. a. als Kaffee-Unternehmer erfolgreich. Aus dem ursprünglichen Konstrukt mehrerer Unternehmen an verschiedenen Standorten schuf er sich am jetzigen Standort nahe Zell am See ein eigenständiges Refugium, in dem er die von ihm geschaffene Unternehmensmarke „Familie Schärf“ und ihre unterschiedlichen Geschäftszweige hegt und pflegt und stets nach neuen Innovationen strebt. Seit 2019 bietet Rafael unter der Marke „Da Salzburger“ hochwertige Bio-Kaffees aus der eigenen Rösterei direkt am Standort und eine eigene Bio-Tee-Linie an.

Nach einem nicht abgeschlossenen Multimedia Studium am SEA Wien machte sich Rafael früh mit einer Agentur selbstständig. Seine Fähigkeiten als Gestalter bring er heute exklusiv in seine eigenen Unternehmungen ein. Seinem kreativen Output hat das keinen Abbruch getan. So nahm ich ihn während meines Besuchs nicht zuletzt auch als inspirierenden Gesprächspartner rund um die Themen nachhaltiger Marken-Gestaltung und -kommunikation war. Es liegt in der Natur der Sache, dass diese Podcast Folge letztlich nur einen Ausschnitt der gemeinsamen drei Stunden wieder gibt, in denen Rafael und ich uns leidenschaftlich von einem Thema zum nächsten manövrierten. Mein erstes Zwischenfazit an dieser Stelle: Er denkt viel und macht viel. Und das, was er macht, macht er ohne Kompromisse.

Denn spätestens, wenn man mit Rafael über seine Kaffees spricht, wird deutlich, welchen ganzheitlichen Anspruch er in Bezug auf die Qualität seiner Produkte verfolgt. Sein Unternehmen gehört bei weitem (noch!) nicht zu den größten der Branche und ist dennoch ein extrem komplexer Kosmos. Mehrere unterschiedliche Geschäftszweige, eine beachtliche Zahl an Produkten und Sorten und immer wieder neue Ideen, fügen sich unter Rafaels Führung in einem ganzheitlichen System ernst gemeinter nachhaltiger Unternehmensführung zusammen.

Bei der Familie Schärf wird beispielsweise die zirkuläre Wertschöpfung längst par exellence gelebt. Und das schon seit vielen Jahren. Die Historie als ehemaliges Kaffeemaschinen und Service-Unternehmen und die jahrelange Zusammenarbeit mit anderen Premium-Herstellern innerhalb Europas bildet die Grundlage dafür, dass eine Maschine von Schärf über viele Jahrzehnte im Einsatz sein kann. Bei Schäden oder gebrauchsbedingter Abnutzung ist die Wiederaufbereitung die erste Option. Nicht wenige der älteren Maschinen befinden sich daher bereits in ihrem „dritten Leben“.

Kreislauffähigkeit auf breiter Ebene zu realisieren ist für Rafael Anspruch und Ansporn zugleich. Bei der Auswahl der Verpackungen legt er daher mindestens so kritische Maßstäbe an, wie beim Einkauf des Grünkaffee, der aus unterschiedlichen Ländern der Welt stammt. Mittels Trommelröster mit elektronischer Steuerung (man möchte nichts dem Zufall überlassen!) und dem großen Geschick von Rafaels Cousin Simon werden aus den Bohnen einzigartig hochwertige Sorten, mit klingenden Namen wie „Blues“ oder „Jazz“ oder „Soul“.

So überrascht es am Ende nicht, dass Rafael dem Aspekt „Bio“ gar nicht die höchste Priorität einräumt. Keinesfalls liegt es daran, dass Bio für ihn kein wichtiges Kriterium ist – im Gegenteil. Bezogen auf den Rohstoff führt für ihn an Bio kein Weg vorbei. Seine hohen Ansprüche an ein gutes Produkt gehen jedoch über die reine Produktqualität hinaus, bis hinein in das Zwischenmenschliche und die Mitarbeiterverantwortung. Er weiß, dass sich Nachhaltigkeit bei einem der weltweit meist gehandelten Genussmittel nur erreichen lässt, wenn kein Bereich außen vor bleibt. Rafaels Bio ist deshalb vielleicht genau jenes, das wir uns alle wünschen. Eines, das von der Verantwortung der Akteure lebt und deshalb nie aufhört sich selbst im Sinne einer ganzheitlichen Qualität weiter zu entwickeln.

Ich danke Rafael, für den tiefen Einblick in die Geheimnisse guten Kaffees und dafür, dass er sich so offen zu seinen Motiven und Zielen geäußert hat.

 

 

Verwendete Bilder:

mit freundlicher Genehmigung von Rafael Schärf, dasalzburger.at