Ins eiskalte Wasser habe sie sich gestürzt damals, sagt Elisabeth Feldinger, die Inhaberin des ‚Ökohof Feldinger‘ in Salzburg, über den Beginn ihrer Unternehmertätigkeit. Vor mittlerweile zwanzig Jahren begann sie das Unternehmen aufzubauen, das heute an zwei Standorten und auf Wochenmärkten die Salzburger mit einem Vollsortiment an hochwertigen und teils regionalen Bio-Waren versorgt. Es war eine Idee, die sie quasi über Nacht ereilte und die sie als damals 17-jährige mit der Unterstützung ihrer Familie sofort in die Tat umzusetzen begann.

Ob es unternehmerischer Mut oder ihr jugendlicher Leichtsinn war, der sie angespornt hat, lässt sich rückblickend wohl nicht mehr genau sagen. Tatsache ist, dass Frau Feldinger mit ihren heute 40 Mitarbeiterinnen in Salzburg mittlerweile nicht mehr wegzudenken ist, wenn es um den Einkauf von Bio-Gemüse, Bio-Lebensmitteln, Genussprodukten und Dingen des täglichen Bedarfs geht. Das liegt auch daran, dass die beiden Standorte, das „Stammhaus“ in Wals und der „Rochushof“ im Stadtteil Maxglan viel mehr sind als reine Versorgungspunkte. Es sind Orte mit einer besonderen Atmosphäre und einem ganzheitlichen Genuss-Angebot.

In beiden Häusern gibt es ein Café/Bistro, in dem vor allem die Produkte aus dem eigenen Handelssortiment weiterverarbeitet und veredelt werden. Ein großes Alleinstellungsmerkmal des Ökohofs Feldinger ist das feldfrische Gemüse, das zu großen Teilen aus dem Landbaubetrieb von Elisabeths Bruder stammt.

Wie wichtig ihr die Nähe zum Produzenten bei all ihrem Tun ist, wurde im Gespräch schnell deutlich. Frau Feldinger kennt die Branche seit ihren Anfängen und weiß um die Herausforderungen, denen sich kleine und mittelständische Händler und Produzenten täglich stellen. In Richtung globaler Großkonzerne und auf das zunehmende Interesse des konventionellen Lebensmitteleinzelhandels am Thema „Bio“ blickt sie naturgemäß kritisch aber mit einer gehörigen Portion Selbstreflexion. „Der Biofachhandel muss sich schon etwas einfallen lassen, wenn er dagegen bestehen will“ lautet ihre Einschätzung.

Ihr „Ökohof“ ist das beste Beispiel dafür, dass ein verhältnismäßig kleiner Bio-Händler, der sich auf seine Besonderheiten konzentriert und vor neuen Ideen nicht zurückschreckt, keine Angst haben muss, vor den Bio-Eigenmarken des LEH und dem immer dichter werdenden Standort-Netz großer Bio-Handelsketten.

Dieser zuversichtliche Blick ist beinahe ansteckend. Man versteht, dass sich Frau Feldinger wohl aufgrund dieser positiven Grundhaltung den Mut und die Experimentierfreude, mit denen sie sich einst ins Ungewisse stürzte, bis heute erhalten hat.

Daher passt Frau Feldinger ganz wunderbar in die Reihe unserer #Mutmacher-Interviews. Die Podcast Folge Nr. 06 findet sich am Ende des Artikels, oder direkt hier auf SoundCloud.

 Verwendung der Bilder mit freundlicher Genehmigung von Ökohof Feldinger.